» Es war wohl ohne Frage die sentimentalste Szene über die fünf Ruppertsecker Kerwetage, als sich die Kerweborsch un -mäd“ von „Kerwevadder“ Sebastian Stollhof verabschiedeten.

Die eine oder andere Träne konnten sich sowohl „Kerweborsch un -mäd“ als auch der „Kerwevadder“ selbst nicht verkneifen. Nach fünf Jahren gibt Stollhof sein Amt an den Nachwuchs weiter. Die Kerwe an sich hielt auch in diesem Jahr wieder absolut, was sie versprochen hatte: von Freitag bis Montag volles Haus und eine umwerfende Stimmung.

Schon am Freitag war vorm Bürgerhaus bei herrlichem Wetter und dem Konzert der „Schdeckklobber Kabbell“ extrem viel los. Mit einem Fackelzug und einer Rede von Stollhof wurde die „Kerb“ gebührend eröffnet und natürlich auch schon der Kerwetanz, der „Rubbezecker Knubber“, getanzt. Schon beim ersten Lied ging es am Samstagabend beim Konzert der Band „Magic“ auf Stühle und Tische. Im vollbesetzten Bürgerhaus traf die Kapelle genau den Nerv des Publikums und es wurde ausgelassen gefeiert. Mit einem sehr großen, bunten und ansehnlichen Umzug ging es am Sonntag weiter. Über 20 Nummern beteiligten sich – und das in einer 400 Einwohner zählenden Gemeinde. Nach der Feuerwehr folgten die Mistgabel mit Fleischwurst und der Kerwestrauß. Der „Kerwevadder“ verabschiedete sich bei den Gästen an den Straßen. Politisch und ironisch waren die „Kerweborsch un -mäd“ mit ihren beiden Wagen unterwegs. Mit dem einen wollten sie Ortsbürgermeister Walter Krück zum Bundeskanzler machen. Mit der anderen Nummer schlugen sie vor, in der Glockenturm im Ort eine Peepshow zu veranstalten. Von den Landfrauen gab es „Rubbezecker“ Hotdogs. Auch der Nachwuchs war mit einem Wagen unterwegs. Schöne Geste der Nachbargemeinden Marienthal undWürzweiler, die jeweils gleich mit drei Wagen unterwegs waren. Auch die Gerbacher „Kerweborsch un -mäd“ grüßten Ruppertsecken. Für die musikalische Unterhaltung sorgten der Musikverein Dannenfels und die „Schdeckklobber Kabbell“. Roy Schofield war Heimkehrer im Wohnmobil. Einen schönen Wagen hatte auch der Ruppertsecker Gemeinderat gemacht, der mit einem Windrad unterwegs war. Der Männergesangverein Ruppertsecken grüßte ebenfalls mit einem Wagen. Buttons mit männerfeindlichen Sprüchen gab es vom Frauenkegelclub „Powerwomen“. Rebecca Portz, Stollhofs Nachfolgerin als „Kerwemudder“, bildete im offenen Cabrio als Nena den Abschluss des Festumzugs.

Danach begeisterte Stollhof einmal mehr mit seiner Kerwerede die zahlreichen Gäste: Ob einer in der Gaststätte die Hosen verloren hatte, ein anderer unter dem Bierwagen festgeklemmt war – allerlei Missgeschicke wie auch zahlreiche Unfälle waren für den „Kerwevadder“ Anlass zum Spötteln. Kein Malheur ließ Stollhof aus. Mit seiner Art, seinem Witz und immer wieder spaßigen Verkleidungen erntete er viele Lacher bei den Gästen. Unter großem Applaus bedankten sich Bürgermeister Walter Krück im Namen der Gemeinde und die „Kerweborsch un -mäd“ bei Stollhof für seinen großen Einsatz und die Arbeit in den letzten fünf Jahren. Die Bitte von Krück, noch ein sechstes Jahr den „Kerwevadder“ zu geben, wird Stollhof aber nicht erfüllen.

Mit Unterhaltungsmusik desMusikvereins Dannenfels klang ein herrlicher Sonntag bei sommerlichen Temperaturen aus. Sehr beliebt ist in Ruppertsecken der Frühschoppen montags morgens. Kaum war Verbandsbürgermeister Karl-Heinz Seebald im Haus, wurde er auch schon von Musiker Wolfgang Bayer aufgefordert, „Knubber“ zu tanzen. Überhaupt schaffte es Bayer einmal mehr, eine wahnsinnige Stimmung unters Bürgerhaus- Dach zu bringen. Und so wurde im rappelvollen Saal bis in die tiefe Nacht gefeiert – erst bei Bayers Musik, dann mit einer CD-Party im Bürgerhausfoyer. Mit einem etwas ruhigeren Heringsessen und dem Begräbnis klang am Dienstag eine wieder einmal hervorragende Kerwe aus. (red)