Von unserer Mitarbeiterin Isabell Neu
» Drei Bands, drei verschiedene Musikrichtungen und noch dazu ein bunt gemischtes Publikum aus allen Ecken des Donnersbergkreises mit einer Altersspanne vom flippigen Teenie bis zum älteren Semester: Vielleicht machte gerade diese Kombination die besondere Atmosphäre der „Scheißkapellenparty 01“ am vergangenen Samstagabend aus.

Bereits zwei Stunden nach Kassenöffnung hängt das Schild „ausverkauft“ an der Eingangstür und im Bürgerhaus tobt der Bär. „Es ist immer schwer den Anfang zu machen“, erklärt Heiko, Gitarrist der Ska-Nachwuchsband „Jelly Toast“ aus dem saarländischen Sankt Ingbert, „aber heute Abend war es absolut kein Problem. Die Pfälzer sind echt super drauf.“ Dieses Kompliment kann man nur an die sympathische Band zurückgeben, die es schaffte, die Zuschauer mit eigenen Titeln für ihre Musikrichtung zu begeistern. Während in den hinteren Reihen rhythmisch mit dem Kopf genickt wurde, nahmen die Bewegungen in Richtung Bühne zu, bis hin zu den völlig ausgelassen tanzenden und groovenden Fans.
Mit den Musikern wechselte auch die Tanzart. Die Partyrock-Band „Sunscream“ ließ die feiernde Menge zu den gecoverten Liedern lauthals mitsingen, klatschen, hüpfen und die Hüften schwingen. „Es war ein Bombenauftritt mit einer super Stimmung von Anfang bis Ende“, schwärmte Schlagzeuger Manuel. „Natürlich ist es auch eine große Ehre, vor so einer geilen Band wie Boppin‘B zu spielen.“ Nass geschwitzte, an den erhitzten Körpern klebende T-Shirts, Schweißperlen auf der Stirn und noch dazu die verbrauchte warme Luft im Raum, nichts konnte die Musikfans an diesem Abend in Ruppertsecken stoppen. Alle fieberten „Boppin‘B“ entgegen. Eine halbe Stunde nach Mitternacht war es endlich so weit. Die Rock‘n‘Roll-Formation stürmte die Bühne und heizte den Zuschauern richtig ein. Neben bekannten Rock‘n‘Roll-Songs spielten die Jungs eigene Lieder und von ihnen arrangierte Hits wie „Sexbomb“ von Tom Jones. Aber Modern Talking im Rock‘n‘Roll- Stil war der absolute Knüller.
Die Band traf mit ihrer Natürlichkeit, dem charakteristischen Auftreten mit humorvoller Lockerheit und immer einem witzigen Spruch auf den Lippen, den Nerv des Publikums. Das ganze Bürgerhaus tanzte, schwang Arme und Beine im flotten Rhythmus und rief der Band auf die Frage „Do you feel allright?“ mit lauter Stimme „Scheißkapelle“ zu, was natürlich alles andere als ernst gemeint ist. Die auf Schildern stehende Aufforderung zu kreischen oder zu jubeln, wurde sofort enthusiastisch ausgeführt.
Plötzlich balancierte der Kontrabassspieler in „sterbender Schwan-Haltung“ auf seinem Instrument, immer noch musizierend. Kurz darauf spielte der Gitarrist auf den Schultern seiner Mitspieler stehend. Für diese einmalige Bühnenshow mit viel Akrobatik und Bewegung sind die Jungs aus Aschaffenburg bekannt. Seit zehn Jahren betreiben sie ihr anfängliches Hobby hauptberuflich und traten schon bei Rock am Ring, Radio Regenbogen- Festivals oder in der Harald Schmidt-Show und bei Stefan Raab auf. Sie bevorzugen aber kleine Rockclubs, spielen sogar bei Zahnarzt- und Managerparties. In ganz Europa gibt die harmonische Band 200 Konzerte pro Jahr und freut sich immer wieder, im höchsten Ort der Pfalz vorbeizuschauen. „Die Donnersberger haben eine beachtliche Kondition. Obwohl sie sich schon bei den anderen tollen Bands ausgepowert haben, war noch genug Energie für uns da“, freute sich Bassist Didi. Nach zwei Stunden ohne Pause bedankte sich „Boppin ‘B“ bei Veranstalter Sebastian Stollhof, der spontan vom Publikum auf Händen zur Bühne getragen wurde.