» Fünf Tage am Stück "Knubber"-Fieber in Ruppertsecken: Der 80. Geburtstag des "Rubbezecker Knubber" wurde an der Kerwe mehr als nur gebührend gefeiert. Kein Tag verging ohne den beliebten Kerwetanz.

Die "Rubbezecker Kerb" hatte in diesem Jahr gleich mehrere Höhepunkte zu bieten. Einer davon war der farbenprächtige Umzug am Kerwesonntag, mit 24 Zugnummern auch gleichzeitig einer der größten der Dorfgeschichte. Angeführt von der Feuerwehr folgten der Kerwestrauß und die Fleischwurst an der Mistgabel. Mit dem Glockenturm und dem Ortswappen präsentierte sich der Gemeinderat um Ortsbürgermeister Walter Krück. Von zwei Kerweborsch auf einer Kutsche gezogen, ging es für Neu-Kerwevadder Rainer Portz bequem durch die Dorfstraßen. Um im nächsten Jahr den Maibaum nicht wieder abgesägt zu bekommen, kündigten die Ruppertsecker Kerweborsch und -mäd an, einen Baum aus Stahl zu stellen. Mit einem weiteren Wagen machten sie auf den Weltrekordversuch im "Knubber" beim Frühschoppen aufmerksam.

Für die richtige Stimmung sorgte der Musikverein Dannenfels. Besonders schön auch die Unterstützung aus den Nachbargemeinden: Aus Marienthal grüßten die Kerweborsch und -mäd sowie der Gemeinderat, aus Würzweiler kam ebenfalls die Kerwejugend sowie der Theaterverein, aus Gerbach waren die Kerweborsch und -mäd mit Schiffen unterwegs. Der Heimatverein Ruppertsecken machteWerbung für seine Aktivitäten und die "original Rubbezecker Schdeckklobber" Musik zum Mitsingen und Schunkeln. Vom Landfrauenverein war Birgit Portz mit Schaukelpferd unterwegs und eröffnete damit eine ganze Reihe von olympischen Motiven. Der Gemeinderat Ruppertsecken schlug mit drei weiteren Zugnummern neue olympischeWettkampfarten vor: "Synchrontrinken", "einarmiges Reißen in der Ein-Liter-Klasse" und eine ganz neue Version vom "Herrn der Ringe" - quasi die olympischen Fleischwurstringe. Der Frauenkegelklub "Powerwomen" positionierte seine Kegel auf einem rosa Mini und der Männergesangverein warb für Nachwuchs. Der folgte dann auch gleich hinterher: Mit einer schönen Nummer zeigten die Kleinsten, dass auch sie schon bestens den Ruppertsecker Kerwetanz beherrschen. Beliebt sind ohne Frage die "Grumbeerfrauen", die wieder mit viel Spaß und einer herrlichen Nummer den krönenden Abschluss eines tollen Lindwurms bildeten.

Anschließend stand die Premiere von Rainer Portz als Kerweredner auf dem Programm. In seiner unnachahmlichen Art hatte Portz die Lacher auf seiner Seite und teilte ordentlich aus: Egal ob da einer mit dem Bunsenbrenner den Rasen mähen wollte und dabei die Tanne vor seinem Haus ansteckte oder ein anderer ausgerechnet sein Haus da bauen musste, wo im Jahr zuvor die Kerweflasche vergraben wurde. Doch die Kerweborsch und -mäd seien ja nicht doof und hätten deswegen kurzerhand einen Tunnel gegraben - Einsturzgefahr des Hauses nicht ausgeschlossen. Schließlich durfte auch die Gratulation an den Ruppertsecker H. Köhler nicht fehlen - er sei ja jetzt Bundespräsident. Mit viel Applaus wurde Portz von seiner Bewährungsprobe entlassen und anschließend bei den Klängen des Musikvereins Dannenfels und der Kerwetanzparty am Abend weitergefeiert.

Beste Stimmung herrschte bereits am Freitag bei der Eröffnung ? die traditionell das Konzert der "Rubbezecker Schdeckklobber" beinhaltet. Mit einer Rede von Portz und dem Einzug der Kerwejugend wurde die Kerwe eröffnet. Schon bei den ersten Tönen der Tanz- und Showband Magic wurden beim Kerwetanz im Bürgerhaus Tische und Stühle erklommen. Die Band hatte ihr Publikum fest im Griff und das proppenvolle Bürgerhaus dankte mit fantastischer Stimmung. Sitzplatzmangel herrschte beim Frühschoppen am Montag, wo unter anderem der Weltrekordversuch im "Knubber" anstand. Und spätestens, als dieser geschafft wurde, gab im Saal bei der Musik von Alleinunterhalter Wolfgang Bayer, der zum 30. Mal beim Frühschoppen in Ruppertsecken spielte, kein Halten mehr. Gemeinsam wurde beim Heringsessen am Dienstag dann die Übertragung des Südwestfernsehens begutachtet und spontan - trotz müder Knochen - noch einmal der "Knubber" getanzt. (ssl)