» In Ruppertsecken ist man sich einig: Das war eine Kerwe der Superlative! Fünf Tage lang feierte das höchste Dorf der Pfalz mehr als ausgelassen – an allen Kerwetagen wurden alle bisherigen Besucherrekorde gebrochen.

So viele Menschen wie am Kerwefreitag versammelten sich noch nie an einer Kerweeröffnung am Weinstand. Die Band, eine zusammengewürfelte Truppe aus alteingesessenen Ruppertseckern, brachte die richtige Stimmung auf den Bürgerhausplatz. Einige hatten ihr Instrument dabei, spielten Lieder mit, und kassierten dafür eine Flasche Wein.

Beim Einzug der Kerweborsch und -mäd präsentierte der Kerwevadder bei der Eröffnungsrede den Besuchern das „Bier unser“ und Bauernregeln. Bei bester Stimmung ging es am Samstag weiter. Schon als die Band „Magic“ anfing, zog es Einheimische und Gäste auf die Stühle und Tische. „Magic“ traf genau den Geschmack des Publikums und natürlich durfte auch der „Rubbezecker Knubber“, mehrmals gespielt, nicht fehlen. Kurz nach Mitternacht übergab der Würzweilerer Kerwevadder Ruben Schläfer seinem Ruppertsecker Pendant, Sebastian Stollhof, das Kerwefeuer.

Einmalige 24 Zugnummern bildeten am Sonntag einen bunten, attraktiven Lindwurm vor großer Zuschauerkulisse. Los ging es mit dem Feuerwehrauto. Es folgte der Fleischwurstträger und der Kerwestrauß. „Wie vor 55 Johr, so isses ach noch heit!!!“, der Kerwevadder wurde auf einem Moped chauffiert. Die „Kerweborsch und -mäd“ verwandelten sich in Ordensbrüder und teilten entsprechendes Gebräu aus. Gutscheine für Eis und Kuchen verteilten die Landfrauen. Mit buntgeschmückten Fahrrädern waren die Kinder unterwegs. Für die richtige Stimmung sorgte der Musikverein Dannenfels. Über ihren Erfolg beim Landesentscheid „Unser Dorf soll schöner werden“ freute sich der Gemeinderat. Auch die Dannenfelser Kerweborsch und -mäd waren beim Umzug präsent. Einen ordentlichen Schnaps gab es vom Kegelklub „Powerwomen“. Mit Traktor, Rolle, Fahnen und knallroten Bobbycars huldigte die „Pfingstwiese“ den Formel 1-Weltmeister Michael Schumacher. Gleich drei Zugnummern stellte das Nachbarort Würzweiler, gefolgt vom Theaterverein und den „Elwedritsche“. Mit einem Bahlsen-Mobil auf einem Hänger war Erich Portz und der Nachwuchs unterwegs. Der Heimatverein präsentierte sich auf einem Motorrad. Die „Grumbeerfraue“ teilten Gartenfrüchte und vieles mehr aus. Als Dankeschön für die Einladung erhielt der Kerwevadder einen Präsentkorb. Als zweite Kapelle war auch wieder die „Rubbezecker Steckklobber“, die Band vom Freitag, auf einem Wagen dabei. Das brandneue Ortsschild von SWR 1 präsentierten die „Heimspielsieger“. Die gute Beziehung zu Ruppertsecken stellte Marienthal unter Beweis. Neben den Kereweborsch un -mäd war auch der Gemeinderat gekommen. Zum „Kehl ehle“ gabs was vom örtlichen Männergesangverein. Den Abschluss bildete der Glockenturm. Anschließend wurden bei der Kerwerede von Sebastian Stollhof die Lachmuskeln strapaziert. Neben Unfällen, Geburten und Hochzeiten gab es so einige Stickelcher über die Ortsbewohner zu hören. Der eine hatte den Einkaufswagen mit Ladung in Rockenhausen vergessen, der Andere schlug sich beim Beobachten eines Eichhörnchen mit dem Hammer auf die Hand und erzählte anschließend ein Bär habe ihn angefallen. Zum Renner wurde jedoch die Show, die Stollhof abzog. Auf dem Gerüst verkleidete er sich abwechselnd von einer Ruppertseckerin zu einem Italiener. Tobender Applaus machte deutlich, dass die Gäste mit der „Redd“ mehr als zufrieden waren. Wolfgang Bayer sorgte beim Frühschoppen am Montag mit seiner Musik für Super-Stimmung und wiederum ein volles Haus. Bis weit nach Mitternacht wurde zünftig gefeiert. Etwas ruhiger endete am gestrigen Kerwe- Dienstag das Heringsessen. Mit großer Trauer wurde die Kerweflasche bei Dunkelheit wieder vergraben. Bis zum nächsten Jahr – hoffentlich wieder bei einer Kerwe der Superlative! (ssl)