» Die Fans von früher lassen sich heu- te ab und an noch blicken. In man- chen Orten haben die Lips auch die Besucherzahlen wie vor ihrer Pause. Das sagt Wolfgang Heil, Schlagzeuger der Partyband. Seit eineinhalb Jahren sind die Lips wieder einmal im Monat unterwegs – zuvor hatten sie eine fünfjährige Pause eingelegt. Wir haben bei Heil vor dem Auftritt der Band am Samstag bei der Hüttengaudi in Ruppertsecken nachgefragt, ob sich die Erwartungen erfüllt haben und was sich verändert hat.
Seit eineinhalb Jahren stehen die Lips wieder einmal im Monat auf der Bühne. Haben sich Ihre Erwartungen von dem Comeback erfüllt?
Eigentlich hatten wir ja keine großen Erwartungen. Es war ja so, dass wir erst einmal abwarten wollten, wie das ankommt. In manchen Orten war leider gar nichts los, in anderen haben wir dafür die Besucherzahlen wie vor unserer Reunion. Die Band gibt es nun seit 1989, wenn man fünf Jahre Pause abzieht, feiern wir eigentlich unser 15-jähriges Bestehen.

Was hat sich im Vergleich zu vor echs Jahren verändert?
Eigentlich gar nichts. Das Publikum, das zu unseren Konzerten kommt, ist überwiegend zwischen 18 und 28 Jahren. Eigentlich wären wir ja gerne eine Band für das Publikum über 30 gewesen, für das Publikum in unserem Alter. Ein paar davon kommen auch immer wieder, freuen sich darauf, dass wir viele Titel im Programm haben, die ihnen gefallen. Grundsätzlich ist es aber so, dass das Publikum, das regelmäßig aus geht, nicht die Ü-30-Generation ist. Das war aber auch vor sechs Jahren schon so.


Auf der anderen Seite war Lips ja auch immer eine Band, die viele aktuelle Titel im Programm hatte.
Das stimmt. Der Unterschied zu frü- her ist aber, dass wir damals mehr proben konnten. Bei rund 100 Auf- tritten im Jahre hatten wir uns zwangsläufig auch mehr gesehen. Unser letztes Repertoire vor der Pause bestand aus 876 Titeln. Wir haben uns nicht für die Reunion entschieden, um Geld zu verdienen. Abgesehen von unserem Keyboarder Stephen sind alle Bandmitglieder Profimusiker. Wir haben auch in den fünf Jahren ohne Lips weiter Musik gemacht, haben auch jetzt noch andere Projekte. Mit Lips sind wir deswegen einmal im Monat unterwegs, weil wir wieder zusammen Musik machen wollten. Proben können wir aber nicht mehr so viel. Dennoch haben wir schon jetzt wieder über 300 Songs drauf – und werden auch den einen oder anderen aktuellen Titel spielen.

Seit Oktober haben Lips mit Harry Krause einen neuen Sänger. Erstmals in ihrer Geschichte ist die Band damit zu fünft. Warum?
Wir hatten das Gefühl, dass wir jemanden brauchen, der den Draht zum Publikum herstellt. Bisher habe ich die Moderationen gemacht. Hinter dem Schlagzeug gibt es da aber eine gewisse Distanz zum Publikum. Wir sind mit Harry aber auch als Band flexibler. Zudem bringt er neue Ideen mit.

Kurz vor der Wiedergründung haben Sie zur RHEINPFALZ gesagt, dass Sie sich bei den Konzerten auf viele alte Fans freuen. Sind denn viele alte Fans bei den Lips-Auftritten?
Es kommen immer mal wieder wel- che vorbei, sind dann aber auch für eine längere Zeit nicht zu sehen. Viele der Fans von früher haben jetzt Familie. Dafür haben wir schon mehrmals erlebt, dass nun der jüngere Bruder zu uns kommt.

Am Samstag ist die Band bei der Hüt- tengaudi im Bürgerhaus in Rupperts- ecken zu Gast. Was erwartet die Besu- cher dort?
Wir waren ja vor unserer Pause in Saalbach-Hinterglemm eine der am meisten spielenden Bands. Das auch deswegen, weil wir bei den Après- Ski-Partys ein internationales Programm gespielt haben, also nicht nur die bekannten deutschen Nummern. Wir hoffen natürlich, dass am Samstag im höchstgelegenen Dorf der Pfalz eine ähnliche Stimmung wie in Saalbach ist. Natürlich haben wir unser Programm für diesen Abend etwas umgestellt. Auf die Besucher warten zudem typische Ge- tränke, die man auch aus den Ski-Ge- bieten kennt. Zudem werden die bes- ten Après-Ski-Outfits prämiert. Der Eintritt ist bis 21 Uhr günstiger. (ssl)